Förderung im Ganztag

„Diagnosegestützte individuelle Förderung“ und „Lernzeit“ – Pädagogische Konzepte im Ganztag in der Erprobungsstufe

Vorbemerkungen

Mit dem Schuljahr 2010/2011 startete der Ganztag am Landrat-Lucas-Gymnasium, d.h. die Schülerinnen und Schüler im Schuljahr 2012/2013 in den Klassenstufen 5, 6 und 7 werden die Schule an drei Wochentagen in vier Unterrichtsblöcken besuchen. Das Landrat-Lucas-Gymnasium betrachtet diese Maßnahme, die durch die Schulzeitverkürzung nahezu unabdingbar geworden ist, als Chance, den Schülerinnen und Schülern ein vielfältiges, abwechslungsreiches und individuelles Angebot zu bieten, das den Ansprüchen an den Bildungs- und Erziehungsauftrag des Gymnasiums gerecht wird.

Die Unterrichtsmodule „Diagnosegestützte individuelle Förderung“ und „Lernzeit“ werden im Stundenplan gesondert ausgewiesen; damit wird betont, dass sie kein „Anhängsel" des Fachunterrichts sind, sondern ihre eigene Berechtigung haben und sich vom Fachunterricht didaktisch und methodisch unterscheiden. Gleichzeitig soll aber für die Schülerinnen und Schüler deutlich werden, dass die drei Elemente des Unterrichts in den Kernfächern – „Fachunterricht", „Lernzeit" und „Diagnosegestützte individuelle Förderung" – in einer Wechselwirkung zueinander stehen und miteinander verzahnt sind. So können z.B. Elemente aus der „Diagnosegestützten individuellen Förderung“ durchaus Auswirkungen auf den Fachunterricht haben, indem binnendifferenzierte und nach Kompetenzniveaus unterschiedene Lerninhalte ihren Niederschlag im Fachunterricht finden.

Diagnosegestützte individuelle Förderung am Landrat-Lucas-Gymnasium

Die „Diagnosegestützte individuelle Förderung“ vor der Folie des Bildungs- und Erziehungsauftrags des Gymnasiums ist jeweils gekoppelt an den Fachunterricht in    den Fächern Deutsch, Englisch, Mathematik, Latein und Französisch.

Im Hinblick auf die Vorgaben der Stundentafel ergeben sich für das erste Schulhalbjahr in der Klassenstufe 5 je eine Wochenstunde in den Fächern Deutsch und Mathematik und im zweiten Schulhalbjahr je eine Wochenstunde in den Fächern Deutsch und Englisch. In der Klassenstufe 6 erhalten die Fächer Deutsch und Mathematik im ersten Schulhalbjahr je eine zusätzliche Wochenstunde und im zweiten Schulhalbjahr die Fächer Mathematik und Englisch, in der Klassenstufe 7 haben die Fächer Deutsch und Englisch im ersten Schulhalbjahr und Mathematik und Französisch/Latein im zweiten Schulhalbjahr eine zusätzliche Wochenstunde Unterricht.

Diagnosegestützte individuelle Förderung ist am einzelnen Schüler ausgerichtet, d.h. der einzelne Schüler mit seinen jeweiligen Begabungen und Lebensumständen ist Maßstab für das pädagogische Handeln. Der Klassenlehrer und die beteiligten Fachlehrer sollen bei der Planung der individuellen Förderung stärker als in der Vergangenheit zusammenarbeiten; eine Kooperation zwischen Elternhaus und Schule soll eine nachhaltige Förderung unterstützen. Bezüglich der Rolle der Klassenlehrer sei verwiesen auf das „Konzept zur Klassenleitungsstunde", das ebenfalls im Schuljahr 2010/2011 erstmals erprobt wurde und mit dem Schuljahr 2011/2012 eingeführt wird.

Die Diagnose (spezielle Tests, Klassenarbeiten, Selbsteinschätzung des Schülers, Beobachtungen im Klassenraum) für den einzelnen Schüler dient der Ermittlung des individuellen Lernstands und des individuellen Förderbedarfs.

Eine gezielte und bei Bedarf zu aktualisierende Beobachtung der einzelnen Schülerinnen und Schüler bezüglich ihrer Stärken und Schwächen wird angestrebt.

Die Förderung orientiert sich an Kompetenzen und an (fachübergreifenden) Methoden und ist – nach unterschiedlichen Förderschwerpunkten bzw. Kompetenzniveaus –  zum Teil binnendifferenziert gestaltet.

Das Ziel dieser Art von Förderung ist die zunehmende Eigenverantwortung der Schülerinnen und Schüler.

Lernzeit am Landrat-Lucas-Gymnasium

Die Lernzeit findet in einer Unterrichtsstunde pro Woche in den Fächern Deutsch, Englisch, Mathematik und in der Klassenstufe 7 auch in den Fächern Französisch und Latein statt. Sie soll den Fachunterricht ergänzen und dazu beitragen, diesen so umzugestalten, dass er den Anforderungen des Ganztages gerecht wird. Die Lernzeit dient dem Lernen und Üben der Schülerinnen und Schüler, der Förderung von Teamarbeit und Teamfähigkeit und erwächst aus dem Fachunterricht.

Elemente der Lernzeit können schriftliche Übungen, Stillarbeit und produktions- sowie handlungsorientierte Übungen sein.

Die Lernzeit dient der Entschleunigung des Schulalltages und kompensiert die im Ganztag weitgehend entfallenden Hausaufgaben. Häusliches Üben wird zwar weiterhin für einen nachhaltigen Schulerfolg notwendig sein; es ist seitens der Schule jedoch darauf zu achten, dass die zeitlichen Anforderungen an die Schülerinnen und Schüler angemessen bleiben; um dem gerecht zu werden, werden regelmäßige Evaluationen erhoben, um die zeitlichen Anforderungen an die Schülerinnen und Schüler und die Einschätzung diese Anforderungen durch die Eltern einschätzen zu können.

Folgen des Blockstundenmodells

Ab dem Schuljahr 2011/2012 wird am LLG das Blockstunden-Modell erprobt und ab dem Schuljahr 2012/2013 flächendeckend eingeführt.

Da alle Fächer nun in 90-Minuten-Blöcken unterrichtet werden, sollen sowohl die „Individuelle Förderung“ als auch die „Lernzeit“ nach Möglichkeit in jede Blockstunde integriert werden, um den Anforderungen des Unterrichts mit Phasen der Anspannung und Entspannung, der Erarbeitung und des Einübens, sowie des individuellen und kooperativen Lernens gerecht zu werden.

Durch entsprechende Eintragungen ins Klassenbuch muss der beschriebene Anteil an „Individueller Förderung“ und „Lernzeit“ dokumentiert werden.

Koordination: M. Isermann