Theater am LLG - Abend über Potsdam
Theaterabende am Lucas mit Gänsehautmomenten
Eindrucksvoll wurde an zwei Abenden im KAW Opladen vor fast 300 Zuschauern gezeigt, wozu Kunst in der Lage sein kann. Tosender, frenetischer Applaus stand am Ende eines jedes Abends, der sich nach der zweistündigen Inszenierung des Stückes „Abend über Potsdam« Bahn brach. Und dies nicht nur ob der phänomenalen schauspielerischen und tänzerischen Leistung, die dem Publikum dargeboten wurde, sondern vor allem wegen der Energie, der Leidenschaft, der Ernsthaftigkeit, mit der die über 30 Schülerinnen und Schüler die Bühne des Theaters nutzten, um ein nachdrückliches politisches Zeichen zu setzen.
Erzählt wurde die Geschichte von Lotte Laserstein, die vier Jahre vor der Ernennung Hitlers zum Reichskanzler eine Gruppe von fünf Bekannten vor der Silhouette Potsdams malt. Börsencrash, Weltwirtschaftskrise, Arbeitslosigkeit, Radikalisierung, Existenzängste – eine Gesellschaft am Kipppunkt trifft sich im Atelier Lasersteins: Man streitet, ringt um den richtigen Weg und findet am Ende keine Worte mehr füreinander. In der Inszenierung wechselten sich in beeindruckender Stimmigkeit und dramatischer Steigerung Choreografie und Theater ab. Um dem Innenleben der einzelnen Charaktere des Stückes von Sarah Nemitz und Lutz Hübner noch mehr Raum zu geben, wurde es um eigene Texte der Schülerinnen und Schüler erweitert.
Am Ende des Stückes betrachtet Lotte Laserstein mit ihrer Freundin Traute und deren Ehemann Ernst das fertige Gemälde. Sie schauen dabei ins Publikum und Ernst sagt: „Das ist ein Bild der Zeit.“ Er deutet dabei ins Publikum fährt fort: „Das sind wir. Was wir waren. Was wir sind, was wir sein werden.“ Spätestens jetzt hatte man Gänsehaut, die vierte Wand war mit Vehemenz durchbrochen. Das Stück endete mit dem Statement aller Schülerinnen und Schüler: „Nie wieder ist jetzt!“
Vielen Dank für diese Abende an die Schülerinnen und Schüler der WPU-Kurse „Theater“ und „Tanztheater“ und deren Lehrerinnen Verena Halbach und Michaela Westphal-Hamdoun sowie den „Bühnentechnik“-Kurs von Tim Urban.