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Informationen zum Fach Erziehungswissenschaft

"Die Erziehung ist das größte Problem und das Schwierigste,

  was dem Menschen kann aufgegeben werden."

Immanuel Kant

 

 Erziehung ist ein existentielles Problem. Jeder von uns wird erzogen, jeder von uns erzieht. Pädagogik ist deshalb ein handlungspropädeutisches Fach.

"Erziehung und Sozialisation dürfen nicht im Vorfeld des Unwissens und des Unreflektierten stehen bleiben."

Hartmut von Hentig

Sind wir an der Prüfung der objektiven Gültigkeit der im Erziehungsprozess gewonnenen Erfahrungen interessiert, müssen wir zu einer wissenschaftlichen Darstellung der Welt gelangen. Pädagogik ist deshalb ein wissenschaftspropädeutisches Fach.

Im Pädagogikunterricht erschließen wir die Erziehungswirklichkeit inhaltlich und methodisch.

Inhaltlich untersuchen wir „Erziehung“ in der EF.1 unter dem Aspekt der Beziehungen des Heranwachsenden zu anderen, vor allem dem Erzieher.  Die Untersuchung von "Erziehungssituationen und Erziehungsprozesse" sind Gegenstand des Unterrichts.

In der EF.2 steht das Thema "Lernen und Entwicklung" im Mittelpunkt des Unterrichts, die kognitive Entwicklung des Kindes und die Rolle des Erziehers in diesem Prozeß. Inwieweit Schule von einem Ort der Belehrung zu einem „Erfahrungsraum“ (v. Hentig) werden kann, kann u. a. eine Exkursion zum Oberstufenkolleg in Bielefeld klären. Bei der Behandlung des Themas „Lernen“ können wir dann auch an uns selbst testen, wie wir denken, lernen, vergessen und warum.

In Q1.1 untersuchen wir das Verhältnis des Kindes zu sich selbst (Identitätsentwicklung). Die psychosexuelle (Freud) und psychosziale Entwicklung (Erikson) wird erarbeitet und am heutigen Erziehungsalltag überprüft. Wir erklären aber auch, was Entwicklung und „Erziehung“ mit Gesellschaft zu tun haben: Sozialisation als Rollenlernen. Die Intelligenzentwicklung nach Piaget und Ansatz und Praxis einer pädagogischen Konzeption (Montessori-Pädagogik) ergänzen das wissenschaftsorientierte Bild vom Kind.


In der Q1.2 geht es um   Identitätsprobleme im Jugendalter. Es geht um Entwicklungsaufgaben des Jugend- und Erwachsenenalters. Wir fragen mit v. Hentig: „Sind die Kinder heute anders?“ Und wenn, was hat das mit unserer heutigen Gesellschaft zu tun? (Sozialisationsprozesse im Jugendalter). Wir diskutieren über Identitätskrisen, Neurosen und Verwahrlosungserscheinungen, aber auch über sozialpsychologische und psychoanalytische Ansätze der Prävention und Intervention bei Jugendkrisen, insbesondere bei Ausdrucksformen der Gewalt.

In Q2.1 untersuchen wir den Zusammenhang von Erziehung, Gesellschaft und Politik. Wir stellen die Frage nach der Erziehungsnotwendigkeit und nach Zielsetzungen. Es geht also um die geschichtliche Rückbesinnung, Erziehung im Nationalsozialismus, und um Werteerziehung in der heutigen demokratischen Gesellschaft (Kohlberg). Über die  gesellschaftlichspolitische Entwicklung von Erziehung, die Bildungspolitik nach PISA, wird der aktuelle Bezug hergestellt.

Die Entwicklung und Konstruktion von Identität ist das abschließende Thema in Q2.2. Auf der Grundlage der in den Halbjahren zuvor bearbeiteten Unterrichtsinhalte thematsisieren wir den Zusammenhang von "Identitätsbildung" und "Mündigkeit".


Im Leistungskurs Pädagogik werden darüber hinaus folgende Themen bearbeitet:

  • die sprachliche Entwicklung und ihre Förderung (Q1.1),
  • Förderung von Entwicklung aus systemischer Sicht (Q1.2) und
  • interkulturelle Erziehung und Bildung (Q2.1).

Eine Besonderheit zum Schluss: Im Leistungskurs Pädagogik findet am Ende der Q2.2 ein Praktikum in einer pädagogischen Einrichtung statt (z. B. in einem Kindergarten). In Vorbereitung dieses Praktikums werden wir uns z. B. mit Rollenspielen, Kinderzeichnungen, Märchen und der Frage „Jugendliche als Erzieher“ beschäftigen

Das methodische Ziel des Pädagogikunterrichts ist das aktive und selbstständige Arbeiten. Techniken der Informationsbeschaffung, Erfassung und Produktion von Informationen, wissenschaftliches Arbeiten, auch in Kooperation mit anderen, werden von der Einführungsphase (EF) an eingeübt.

 

"Eine Pädagogik, die

nur die Vorstellungen ordnet',

nur die Phänomene erklärt,

nur auf die Erfüllung von Aufgaben vorbereitet

und nicht auch 'die Seele' nährt,

hat nur halbe Arbeit getan."

                                 Hartmut von Hentig

 

Pädagogische Kompetenzen sind die Basiskompetenzen im 21. Jahrhundert. Sie beziehen sich nicht nur auf die Erziehung von Kindern, sondern allgemein auf den Umgang mit Menschen im privaten und öffentlichen Raum insgesamt.

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